Tuberkulose ist lebensbedrohlich

Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung von Gesundheit und Krankheit, es gibt dafür kein allgemeingültiges Verständnis. In der Medizin wird sowohl Krankheit als auch Gesundheit wissenschaftlich definiert.
Tuberkulose ist lebensbedrohlich
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lunge befallen kann.

Die Politik und Gesellschaft definiert aber ihrerseits, was als gesund oder krank zu gelten hat.

Während das Leistungsangebot in Industrieländern, wie in der Schweiz, in Richtung Perfektion geht, leiden die Menschen in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern noch immer stark an vorindustriellen Infektionskrankheiten wie der Tuberkulose (TB), die bei Nichtbehandlung im Tod endet. Obwohl die Infektion eine globale Bedrohung darstellt und sich über die sozialen Staatsgrenzen der Länder hinwegsetzt und sich ausbreitet, werden Schweizer Neugeborene seit Mitte der 80-iger Jahre zum Schutz gegen TB nicht mehr geimpft.

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Die Infektionskrankheit TB stellt vor allem in den Entwicklungsländern ein grosses Problem dar. Besonders in Teilen südlich der Sahara und in Südostasien kämpfen die Menschen täglich gegen die Infektionskrankheit. Laut der Novartis Stiftung würden in Tansania 60 000 TB-Fälle pro Jahr festgestellt. Armut begünstigt das Vorkommen von TB, da die Menschen weniger schnell auf ausreichende Gesundheitsleistungen zurückgreifen können und die Medikamente oft zu teuer sind oder fehlen. Diagnostiken sind langwierig und die Qualität steht in Abhängigkeit zur Qualifikation des Personals.

Obwohl die Krankheit in den Industrieländern beinahe ausgerottet ist, wollen wir Sie darüber aufklären, was TB überhaupt ist, denn auch bei uns, d.h. in Ländern wie in der Schweiz galt diese Krankheit vor 90 Jahren als eine der häufigsten Todesursachen.

Was ist überhaupt Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lunge, aber auch andere Organe wie die Haut, das zentrale Nervensystem (ZNS) und die Knochen befallen kann. Sie ist auch unter dem Namen Tb( c ), Tbk, Morbus Koch, Schwindsucht und weisse Pest bekannt. Man spricht von einer offenen und ansteckungsfähigen Lungentuberkulose, wenn der Erregerherd Anschluss an die Luftwege hat. In der Schweiz besteht bei Erkrankung und Tod an einer behandlungsfähigen Tuberkuloseeine Meldepflicht an das Bundesamt für Gesundheit.

Am häufigsten tritt das Mycobakterium tuberculosis, aber auch Mycobakterium africanum und Mycobakterium bovis als bakteriellen Erreger auf. Von einer Tuberkuloseerkrankung spricht man, wenn sich die Bakterien in der Lunge vermehren, wobei dies auch nach Monaten oder sogar Jahren nach der Infektion erfolgen kann. Über die Blutbahnen können sich die Bakterien auch in die übrigen Körperteile verbreiten.

Die Übertragung der Krankheit kann über die Luft von Mensch zu Mensch erfolgen. Eine Ansteckungsgefahr liegt aber nur dann vor, wenn die Erkrankung in der Lunge einer Person schon so weit fortgeschritten ist, dass sie beim Husten, Niesen oder Sputum mikroskopisch kleine Tröpfchen mit Tuberkulosebakterien ausscheidet und an die Umwelt abgibt. Weitere Eintrittspforten für eine Aufnahme der Bakterien können Hautverletzungen, die Tonsillen oder der Dünndarm sein.

Das Risiko einer Ansteckung erhöht sich, wenn Personen in sehr engem Kontakt und über mehrere Stunden sich in den gleichen Räumlichkeiten aufhalten wie ein an Lungentuberkulose erkrankter Mensch. Ebenso besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Säuglingen, in der Zeit der Pubertät, im Alter und bei schlechtem Allgemeinzustand wie bei Personen die bereits an Masern, Mangelernährung oder Aids leiden. Laut der Aids-Hilfe Schweiz (HIV und Tuberkulose, o. D.), ist die Tuberkulose bei HIV-Infizierten die häufigste Todesursache weltweit. Personen, die an einer ansteckenden Lungentuberkulose leiden, werden in der Regel während zwei bis drei Wochen im Spital oder zu Hause gepflegt; dies geschieht isoliert.

Im Falle der „Rindertuberkulose“ wird die Tuberkulose vom Rind zum Menschen übertragen. 2006 mussten in Österreich viele an TB erkrankte Rinder, notgeschlachtet werden damit sich Menschen nicht durch den Fleisch- und Milchkonsums anstecken konnten.

Die Inkubationszeit, damit ist die Zeit zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome gemeint, beträgt 4-6 Wochen. Typische Symptome, welche bei einer Tuberkuloseerkrankung auftreten können sind Husten (manchmal mit Blutbeimengungen), Müdigkeit, leichtes Fieber und Schwitzen in der Nacht. In einem weiteren Stadium kann auch eine Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schmerzen der Knochen und Gelenke erfolgen.

Allgemeiner Rückgang

Das Regionalbüro der WHO für Europa spricht von einem anhaltenden Rückgang an TB-Fällen seit 2005. Tatsache sei, dass der Erreger starke Resistenzen ausgebildet habe und zudem die Wirksamkeit der Behandlungen nachgelassen hat. Noch immer werde die gleiche Diagnosemethode verwendet wie seit 1882, mit dem Nachweis der Infektion von bestenfalls 50%, sodass die Tuberkulose auch in Zukunft eines der grössten Hindernisse für die Gesundheitsentwicklung in Entwicklungsländern darstelle. Mit dem Programm „Stopp der Tuberkulose“, welches von der WHO initiiert wurde, wird das Ziel verfolgt, bis im Jahr 2015 die Prävalenz und die Sterblichkeit gegenüber 1990 um 50 % zu senken. Die Tuberkulose soll bis zum Jahr 2050 ausgerottet werden.

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